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Führungskräfte brauchen Feedback

10.08.2018

 

Lesen Sie hier das Interview mit Jörg Neumann: Führungskräfte brauchen Feedback, welches in der Neuen Luzerner Zeitung anlässlich der Veröffentlichung seines Buches Warum soll es nach Plan laufen, wenn es keinen gibt? erschienen ist.

Interview Hans-Peter Hoeren:

Jörg Neumann, Unternehmen die gute Mitarbeiter an sich binden wollen, brauchen zwingend eine gute Führungskultur. So lautet eine der Thesen in Ihrem neuen Buch. Wieso ist die Führungskultur so wichtig?
Jörg Neumann: Überdurchschnittlich gute und engagierte Mitarbeiter fragen sich sehr genau, warum sie sich für einen Arbeitgeber entscheiden. Gerade Leistungsträger suchen ein Umfeld, das sie für motivierend und förderlich halten.


Was verstehen Sie genau unter einer guten Führungskultur?
Neumann: In einer guten Führungskultur wird wertschätzend und konsequent geführt. Die Führungskräfte tauschen sich zum Führungsstil aus. Sie einigen sich auf Führungs-Vorgehensweisen, die für alle gelten und im Unternehmen bekannt sind. Beispielsweise beim Umgang mit Zielen, bei Mitarbeitergesprächen oder beim Informationsfluss. Zudem wissen sie, dass sie für einen guten Team Spirit mitverantwortlich sind.


Kann ein Unternehmen damit bereits in der Bewerbungsphase punkten?
Neumann: Ja, die Führungsspielregeln einer Firma sollten sogar auf der Homepage zu den offenen Stellen gestellt werden. Dadurch fällt man beim Bewerber auf und hebt sich positiv ab. Es erstaunt mich zudem, dass viele Unternehmen in ihren Stelleninseraten auf die immer gleichen Schlagworte setzen. Der Einheitsbrei dominiert hier, auch in Branchen mit akutem Fachkräftemangel.


Wie kann sich ein Unternehmen denn konkret in seinen Stelleninseraten inhaltlich abheben?
Neumann: In den Stellen-Ausschreibungen empfehle ich aufzuzeigen, wie viel Verantwortung man tragen darf, wie viel Entwicklung möglich ist und warum Team Spirit nicht nur ein Schlagwort ist. Das wünschen sich leistungsorientierte Mitarbeiter nämlich.


Wie sollen denn konkret Führungsspielregeln implementiert werden?
Neumann: Führen ist heute alles in allem fordernder geworden. Führungskräfte sollen immer länger verfügbar sein, die Überlastung steigt. Die Firmen werden komplexer und viele Teammitglieder werden „auf Distanz“ geführt. Deshalb ist es wichtig Führungskräfte bereits beim Aus- oder Überarbeiten der Führungsspielregeln zu beteiligen.


Warum?
Neumann: So kann man das Einhalten besser einfordern. Es ist auch wichtig, die Stellvertreter der Führungskräfte ins Boot zu holen – deren Verantwortung wird oft nur halbherzig eingefordert, was eine Schwäche ist. Anschliessend gilt es festzulegen, wie und wo die Führungsspielregeln kommuniziert werden.


Was macht denn gute Führung aus?
Neumann: Sie sollte Mitarbeiter und Teammitglieder zu eigenverantwortlichem Arbeiten befähigen. Im Idealfall trägt jedes Teammitglied Verantwortung, um die gesteckten Ziele der Abteilung zu erreichen. Gute Führung benötigt aber auch eine Gesprächsführungskompetenz. Ein guter Vorgesetzter sieht es als wichtige Aufgabe an, den Mitarbeitern Kundenrückmeldungen, Veränderungen und Strategien zu erklären, und er nimmt sich Zeit für regelmässige Gespräche, über die Jahres- und Bewerbungsgespräche hinaus.


Wie kann man Führung lernen?
Neumann: Gesunder Menschenverstand allein reicht sicher nicht aus. Das Wichtigste scheint mir, dass eine Führungskraft auf ihr Führungsverhalten ein Feedback bekommt. Sowohl vom Vorgesetzten als auch durch Mitarbeiterbefragungen. Das ist in vielen Firmen jedoch noch nicht so. Häufig gibt es schon auf der mittleren Führungsebene kaum mehr Feedbacks vom Vorgesetzten, ob gut geführt wird. Das ist für eine Kontrolle der Unternehmensspielregeln aber zentral. Wichtig ist zudem, dass Führen in der Führungsorganisation eine Rolle spielt, sprich dass es Vorbilder gibt. Wenn das Thema Führungskultur auch in der Geschäftsleitung oben auf der Agenda steht, dann klappt das.


Wie profitiert ein Unternehmen von guten Führungsspielregeln?
Neumann: Die Fluktuation wird geringer, die Leistungsbereitschaft höher und der Teamspirit besser. In der Regel wird eine Firma dann auch mehr Bewerbungen erhalten und es leichter haben, die richtigen Mitarbeiter zu rekrutieren.


Kann ich den Erfolg einer Führungskultur kontrollieren?
Neumann: Ja, durch die Kennziffern zu den eben aufgeführten Aspekten. In einer durchdachten Führungskultur gibt es zudem Austrittsgespräche mit Mitarbeitern, die das Unternehmen verlassen. Dort wird auch die Frage gestellt, wie man den Mitarbeiter länger hätte halten können. So erhält das Unternehmen immer wieder Informationen, um sich zu verbessern. Das gleiche Ziel verfolgen regelmässige Mitarbeiterbefragungen. Sehr gute Geschäftsleitungen legen Wert darauf, konkretes Feedback und Informationsrückfluss aus allen Unternehmensbereichen zu erhalten.

Das PDF zum Interview finden Sie hier.

 
 
 

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