Vom Know-how zum Do-how

Spassbremse

10.10.2017

 

Dienstagnachmittag, 16:56 Uhr. Unser Strategiemeeting endet knapp eine Stunde früher als erwartet. Das ist die Gelegenheit, um auf dem Weg zum Seminarhotel eben noch nach einer Jeans und vielleicht noch nach ein, zwei kurzärmeligen Hemden zu schauen. Gesagt – getan. Das Einkaufszentrum liegt gleich auf dem Weg raus aus der Stadt. Hinunter ins Parking und dann hinein ins Vergnügen. Schon stehe ich in dem Geschäft, in dem ich die Suche nach Jeans oder Hemden häufig beginne. Bei diesem Einkauf bestätigt sich mir allerdings ein Gedanke, den ich schon oft hatte: Selbst in relativ neuen Geschäften werden Umkleidekabinen sehr nachlässig, ja mangelhaft geplant und gestaltet. Im 1. Stock gleicht die Umkleidekabine an diesem Tag einer Sauna. Sie ist zwar sauber und auch nicht zu klein. Im Geschäft sind es ca. 25 °C, in der Kabine aber locker 35 °C! Denn ein immens grosser Strahler, der die Kabine ausleuchtet, heizt mächtig auf. Sehr unangenehm - nach der 2. Jeans klebt so langsam – na, lassen wir das. Auf jeden Fall geht mir hier die Geduld früh aus. Wegen dem Anprobieren einer Jeans möchte ich nicht ins Schwitzen geraten. Im Erdgeschoss geht der Shopping-Schnelleinsatz weiter. Ich probiere Hemden an. Es sind die „Hausmarken“. Scheinbar sind alle Menschen, die hier einkaufen, viel kleiner und schmächtiger als im 1. Stock. Denn beim Anziehen der Hemden stosse ich mir ständig beide Ellenbogen. Erst bei offener Tür und unter Einsatz geeigneter Stretching-Übungen gelingt mir eine Anprobe ohne neue blaue Flecken. Ich bin bedient. Wenn wir so mit unseren Kunden umgingen, wie die hier, gäbe es unsere Firma wahrscheinlich schon nicht mehr. Wenn ich eins nicht verstehe, dann das: ein Kunde, der in eine Umkleidekabine geht, steht ja oft kurz vor dem Kauf! Da sollte man ihm doch erst recht mit gutem Service die Entscheidung erleichtern. Doch davon ist hier keine Spur zu sehen. Schade – denn die beiden Hemden, die ich letztlich kaufe, hätte ich gerne mit mehr Spass gekauft. Hier gehe ich beim nächsten Mal nicht wieder hin …

Warum sind viele Umkleidekabinen zu klein oder zu heiss? Werden Sie etwa kurz vor der Ladeneröffnung noch schnell hineingestellt, weil es die ja auch noch braucht? Guckt denn bei der Planung dieser Verkaufsflächen niemand mal so richtig durch die Kundenbrille? Warum schliessen so viele Vorhänge nicht richtig? Da fehlt mir jedes Verständnis und fragen Sie erst mal meine Frau! Was macht es wohl für einen Eindruck, wenn ein Geschäft Schneiderarbeiten anbietet, Risse im eigenen Umkleidekabinen-Vorhang jedoch nicht näht? Warum gibt es so selten eine Klingel, mit dem man Service anfordern kann. Wissen Sie, wie oft ich mich schon komplett an- oder umgezogen habe, nur weil ich eine andere Grösse nicht in Strümpfen und Unterhosen herbeiholen wollte. Mir geht das mächtig auf den Keks – die Kauflust fördert das nicht. Wieso ist die Anzahl der Kleidungs-Stücke begrenzt, die man mit in die Kabine nehmen darf? Etwa weil das 1977 schon so war? Gerade weil ich mich nicht ständig an- und ausziehen will, nervt mich diese sinnlose Regelung. Erst recht, weil ich meine Wertsachen beim Holen neuer Artikel ungern zurücklasse und weil ich schon gar nicht wieder anstehen und warten will, um ein zweites Mal in eine Kabine zu gehen.

Dabei geht es doch auch viel besser: Ein auf Sport spezialisiertes Bekleidungshaus bietet nicht nur genügend grosse Umkleidekabinen, sondern auch eine Kältekabine! Die Temperatur darin beträgt Minus 12 Grad Celsius - so können Kunden die Kleidung fürs Trekking oder Bergsteigen unter realistischen Bedingungen testen! Ein Kleidungsgeschäft für Frauen hat für wartende Männer zwei Flipperkasten aufgestellt. Diese wecken Erinnerungen an früher und das Spielen macht den Männern so viel Spass, dass „sie gerne noch einen Moment länger bleiben.“ Und wenn dann eines Tages in den Umkleidekabinen alles, aber auch alles bestens ist, dann wünsche ich mir folgendes. Ich begleite hier und da meine Frau beim Shopping. Falls es dann wirklich eine Sitzgelegenheit für wartende Männer gibt, dann wäre es herrlich, einfach ein Mineralwasser trinken zu können. Meinetwegen gern aus einem Becher und direkt aus einem 5 l Behälter gezapft. Wie auch immer – das wäre perfekt.

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Möchten auch Sie Ihre Kunden verblüffen? Dann verrät Ihnen Bruno Zaugg am Kundenverblüffungs-Seminar vom 24. Oktober 2017 die besten Tipps. Hier geht's zur Anmeldung. Viel Spass und Erfolg!

Viel Vergnügen und ein fröhlicher Gruss, Jörg Neumann.

 
 
 

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